DIE REISE-ILLUSTRIERTE
DIE REISE-ILLUSTRIERTE

Kreuzfahrten mit nicko cruises

VASCO DA GAMA - Foto:nicko-cruises

Weltreise 2025/26 mit der Vasco Da Gama

In 175 Tagen um die Welt an Bord der Vasco Da Gama: In 91 Häfen halten und 42 Länder bereisen.

 

Die Weltreise mit der VASCO DA GAMA von nicko-cruises beginnt am 07.11.2025 und endend am 01.05.2026. Diese Reise startet und endet im Hamburger Hafen.
Im Gegensatz zu den vorherigen Weltreisen führt diese Route erstmals vom deutschen Norden gen Westen über die Kapverden zu den karibischen Inseln St. Lucia und dem weniger bekannten Eiland San Andrés. Weiter geht es über Mittelamerika durch den Panamakanal in Richtung Südpazifik, wo die Reisenden Neuseeland und Australien erkunden werden, bevor sie sich auf den Weg ins vielfältige Asien machen.
In Asien gibt es einen Aufenthalt in Singapur und ein Stopp am Haa Alif Atoll der Malediven. Über den magischen Orient mit einer Reise durch den Oman und der anschließenden Durchquerung des Mittelmeers gelangen die Kreuzfahrer schließlich zu europäischen Destinationen wie Sizilien, Cádiz und Bilbao, bevor sie wieder in Hamburg ankommen.
Als Alternative zur vollständigen Weltreise kann man eine von 11 Teilstrecken als Fernreise buchen. Diese Option bietet euch die Flexibilität, die beeindruckendsten Abschnitte der Reise auszuwählen und dabei den erstklassigen Komfort und Service an Bord zu genießen.

 

Große Weltreise vom 07.11.25 bis 01.05.26
Kleine Weltreise vom 18.12.25 bis 01.05.26
11 Routen separat als Fernreisen buchbar


Komfort  und unvergessliche Momente an Bord der VASCO DA GAMA, ohne ständig den Koffer packen zu müssen. Zum Entspannen gibt es einen beheizbaren Hauptpool mit Panorama-Glasschiebedach und einen Pool am Heck auf Deck 10. Für sportliche Aktivitäten stehen Außensportplätze, ein Jogging-Track und ein Fitness-Center mit Kardiogeräten und Fitness-Kursen zur Verfügung. Im Wellnessbereich gibt es eine Sauna und ein Dampfbad.
Die hochwertig ausgestatteten Kabinen bieten einen perfekten Rückzugsort während Ihrer Reise. Es gibt Innenkabinen, Außenkabinen mit Fenster oder Balkon sowie geräumige Suiten. Die Kabinengrößen variieren zwischen 16 und 102 Quadratmetern in der Penthouse-Suite.

 

Weitere Informationen zur Weltreise 2025/26 finden Sie hier, für alle Routen außerhalb Europas sind Vor- und/oder Nachprogramme erhältlich. Den neuen Katalog Seereisen und Weltreisen mit VASCO DA GAMA 2025/26 können Sie hier online durchblättern oder hier kostenfrei bestellen.


Weitere Informationen zum Angebot von nicko cruises erhalten Sie in Ihrem Reisebüro oder unter +49 (0) 711 / 24 89 80 44 oder auf der Webseite www.nicko-cruises.de.

Heidrun Lange

zum Betrachten bitte ein Bild anklicken!

Wo der Douro endet, mundet der Portwein

Auf dem Douro führt der Weg von Porto ins spanische Salamanca. Der Schiffsreisende taucht ein in Portugals Weinkultur. 

 

Text und Fotos: Katharina Büttel

 

      Die Mittagssonne tanzt auf den Wellen des Douro, die sich bewegten Graffitis gleich, auf den weißen Fassaden der Portwein-Kellereien von Portos Schwesterstadt Vila Nova de Gaia abzeichnen und spiegeln. Unter einem in den Lagerhallen ruht und reift in riesigen Fässern der Portwein – jahrzehntelang. Verkosten kann man die edlen Tropfen in den Gewölben der zahlreichen Produzenten an der Uferpromenade. Über einem wölbt sich der Bogen der stählernen Doppelbrücke Ponte Dom Luis I. über den Fluss.Das Wahrzeichen Portos haben 1886 geniale Konstrukteure des Eiffel-Turms erbaut.
          Einen Steinwurf weiter liegt die „Douro Queen“. An Bord begrüßt Kreuzfahrtleiter Wolfgang Koch seine Gäste mit einem Drink und einem herzlichen „Bem venido. Willkommen“.Der Mond hüllt die Prachtpalais und die mit Dekor überladenen Kirchen in sein Licht; unter Deck wird das erste Dinner serviert. Eine Woche werden wir mit dem komfortablen „schwimmenden Hotel“ über den Douro schippern, die Rebgärten des Ports bestaunen, abgeschiedene Winzerdörfchen entdecken, genüsslich essen und trinken und bis nach Salamanca vordringen.
          Am Kai dümpeln die barcos rabelos, auf denen früher der Wein über den Douro nach Gaia gebracht wurde. Auf der anderen Flussseite leuchten die bunten, verschachtelten Bürgerhäuser des Hafenviertels Ribeira, der Altstadt Portos – seit 2011 Unesco-Weltkulturerbe. Wo früher Armut herrschte, pulsiert heute das Leben, das mit Vinho verde, rotem und weißem Port in Kneipen, Lokalen und Cafés allabendlich laut gefeiert wird. Bei Tage nimmt man‘s gelassener: „Saudade“ ist den Portugiesen der Inbegriff von Sehnsucht, Melancholie und Einsamkeit. Es scheint, als wolle die liebenswerte Barockstadt der ewigen Rivalin Lissabon den Rang als touristisches Highlight ablaufen.
          Am Morgen der Blick aus dem Panoramafenster der Kabine: flussauf reihen sich Ketten sanftgeschwungener Hügel. Es wird klar, dieses Land muss man vom Wasser aus erleben. Ein Breitwand-Filmepos! Sandbänke leuchten, die ersten Weingüter, terrassierte Weinberge, Olivenhaine und Pinienwälder kommen in den Focus. Dann verengt sich die Landschaft. Mächtige Felswände aus Schiefer rahmen den Flusslauf.
         Vorsichtig manövriert Kapitän Armando Freitas die 1000-Tonnen-Lady durch die schmale Fahrrinne, stoppt dann die Dieselmotoren. Vor uns liegt die Carrapatelo-Schleuse, mit 35 Meter Hub die höchste Europas. „Einst war der Douro einer der wildesten Flüsse mit gewaltigen Stromschnellen. Bis Spanien zähmen ihn nun fünf Schleusen, doch Temperament hat er immer noch. Nach wie vor kribbelig ist bei Niedrigwasser das Durchfahren der engen Schlucht“, erzählt Freitas. Was für ein Fluss: entspringt in Spanien in über 2000 Meter, ist 897 Kilometer lang, die letzten 213 davon durch Portugal.
        Mit dem Weinanbau im Douro-Tal ist auch die weltweit älteste Klassifizierung verbunden. In dem Regelwerk von 1756 wurde festgelegt, aus welcher Region die Trauben stammen müssen. Nach Lese und Pressung wird der Most zur Gärung angesetzt, dann mit Weinbrand gestoppt – das sorgt für hohen Alkohol- und Zuckergehalt und lange Lagerfähigkeit. Dabei bleiben Aromen, Geschmack und die herrliche Bernsteinfarbe erhalten. Entdeckt hatten das Briten, die so rein zufällig den Siegeszug des Vinho Porto in Gang setzten.
          Pinhao. Der 1000-Seelen-Ort liegt im Herzen der Weinregion, in seiner Umgebung finden sich die besten und bekanntesten Weingüter, wie Burmester und Sandeman. Die Trauben für die kostbaren Jahrgangsweine werden wie in alten Zeiten mit den bloßen Füßen in Steintrögen gemaischt. Für Azulejos-Freunde: im Bahnhof erzählen kobaltblaue, grüne und gelbe Kacheln auf 24 Wänden von der Geschichte des Weinanbaus. – Nach einer Stippvisite in seinem Weinmuseum bittet uns Luis Barros zum Lunch in seine Quinta Avessada. Traditionell gibt es Bacalao, getrockneten Kabeljau, eine Suppe nach einem 160 Jahre alten Rezept, zum Dessert besoffene Birnen, dazu weißen 19-prozentigen Moscatel. Nach dem Kaffee drängt unser Guide zur Eile: „Der Palàcio Mateus in Vila Real wartet“.
         Vila Real, die „königliche Stadt“, ist Stammsitz vieler Adelsfamilien, deren Wappen die Stadtpaläste schmücken. Wer kennt nicht den Namen Mateus Rosé? Portugals bekanntester Rebensaft mit über 50 Millionen verkaufter Flaschen, eher von schlichter Qualität, wird längst nicht mehr hier gekeltert. Das Schloss aus dem 18. Jahrhundert ist in Privatbesitz, kann aber in Teilen mit seinen Gärten besichtigt werden.
          Barca d’Alva ist erreicht. Nach einem ausgiebigen Mittagsbuffet und einem kühlen Portonic – weißer Portwein mit Gintonic, Limone, Minze – geht es wieder auf Land-und-Leute-Exkursion. Unser Bus schraubt sich auf 800 Meter hoch nach Castelo Rodrigo, wo über Jahrhunderte Juden, Araber und Christen friedlich zusammenlebten. Die Straßen des Ortes sind mittelalterlich uneben, Fensterornamente im Manuelino-Stil, auf der Spitze thront eine Burgruine, überall Korkeichen und wegen der unzähligen Mandelbäume bekannt als die weiße Stadt.
Endstation flussaufwärts im spanischen Kastilien-León ist das reiche Salamanca, alte Universitätsstadt, vielfach von Königen, Prinzessinnen, Bischöfen und Künstlern besucht - heute auch Weltkulturerbe. Die Plaza Mayor gilt als der großartigste Platz Spaniens, die Gebäude der Stadt aus Sandstein leuchten wie Gold in der Sonne, die Alte und Neue Kathedrale mit prächtigen Portalen und Gewölben ergeben ein „lebendes Museum“ mit lebhafter Atmosphäre.
            Hier heißt es für die „Douro Queen“ umzukehren. Langweilig ist das nicht. Je nach Tageslicht sieht die Landschaft immer anders aus: in allen Schattierungen leuchtet das Grün der geometrisch parzellierten Weinstöcke – Rechtecke, Trapeze, selten ein Quadrat. Extreme Steillagen mit Terrassen und ihren Stützmauern aus Schiefersteinen auf beiden Seiten des Flusses, was für ein Anblick! Und im Hinterland lockt das mittelalterliche Bischofstädtchen Lamego. Die blaugekachelte Himmelstreppe von 614 Stufen ist zu erklimmen – hinauf zum  Pilgerkirchlein Nossa Senhora dos Remédios. Belohnt wird man mit einem tollen Blick über die romantische Barockstadt und – wer möchte – mit einem Gläschen Raposeira-Sekt.
         Mittags um 14 Uhr meldet sich Kapitän Freitas mit der Schiffssirene in Cais Vila Nova de Gaia zurück. Das letzte Highlight der Reise ist die stolze Bischofsstadt Braga. Der Bus dreht eine Runde durch die Stadt, bequemt sich dann durch Täler und Hügel auf 564 m hinauf bis zur barocken Wallfahrtskirche Bom Jesús do Monte, nach Fátima das beliebteste Pilgerzentrum Portugals. Wer fit genug ist, erreicht die Kirche über die imposante, breite Treppenanlage des 18. Jahrhunderts.
         Auf der „Douro Queen“ ruft die Schiffsglocke zum Dinner. Die Küche fährt frische Meeresfrüchte und Lammbraten auf, serviert zum Nachtisch Käse und himmlisch süßen Cinhos-do-Céu; dazu einen loh farbenenTawny-Port, Jahrgang 1985.Dessen Nuss- und Mandelaromen liegen noch lange in der Nase.                      

Service zur Flussfahrt ins Dourotal:

Anreise: z.B. ab BER mit Brussels Airlines über Brüssel nach Porto, Porto-Wien-BER. Hin-und Rückflug ca. 350 Euro. Das Taxi vom Airport nach Porto kostet ca. 18-20 Euro, mit der Metro ca. 2,50 Euro.
Flusstour: z.B. bietet nicko-cruises die Spezial-Offerte „Spektakuläre Weinberge“ an: 8 Tage mit der „Douro-Queen“ Porto-Dourotal-Porto ab 1.099 Euro/P. mit Vollpension, inkl. Flug 1.559 Euro – die 2. Person zahlt nur 50%.
Termin: z.B. 31.10. – 7.11.2024, andere Termine sind wählbar. Ausflugspaket mit 4 Ausflügen 159 Euro/P., Getränkepaket für die gesamte Kreuzfahrt 203 Euro/P.
Telefon: 0711-248980-44;

e-mail: info@nicko-cruises.de  

Internet: www.nicko-cruises.de
Näheres über Portugal: Visit Portugal, www.visitportugal.com

 

Sobald die Flussfahrt zur Seekreuzfahrt wird

Mit der MS „Katharina von Bora“ unterwegs

Text und Fotos: Heidrun Lange

 

       Der Wind, der Wind, die Passagiere im Salon reden vom Wind, der die Wellen an die Fenster peitscht, andere genießen auf dem Sonnendeck die frische Brise, die ihnen um die Nase weht und die Segelboote antreibt, von denen es immer mehr werden. Die „Katharina von Bora“ ist auf dem Stettiner Haff zur Ostsee unterwegs. Es kann aber auch ganz gemütlich sein, wenn das Schiff auf dem Fluss fährt und das neue Schiffshebewerk Nord in Niederfinow passiert.  

Die Sonne glitzert in der Havel, während die Flusslandschaft in Zeitlupe vorbeizieht. Über den Baumwipfeln drehen Fischreiher und Kormorane ihre Runden. Mit einer gemächlichen Geschwindigkeit von achtzehn, manchmal sogar weniger Kilometern pro Stunde und zahlreichen Landgängen führt die Reise über die Havel, den Oder-Havel-Kanal und die Oder bis zur Ostsee. Neben Seerosenteppichen gleiten Schwäne durchs Wasser, Libellen verstecken sich in den langen Schilfreihen, die am Ufer meterhoch wachsen. Es geht in das „UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin“, dass größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Von Bäumen umrankt, an der Grenze des Barnim zur Niederungslandschaft Oderbruch, erhebt sich die Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Chorin. In der Mittagssonne leuchten die roten Backsteingiebel. Lilien-und Weinblätterranken, Formsteinfriesen und Gewölbekonsolen schmücken die Westfassade der dreischiffigen Klosterkirche. Im Westflügel sind an den Wänden Malereien aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Einige Kilometer entfernt steht das Meisterwerk der Technik: Das Schiffshebewerk Niederfinow Nord, dass neben dem aus dem Jahr 1934 erbauten Fahrstuhl für Schiffe, seit Oktober 2022 im Betrieb ist. Einige Gäste schwärmen aus und besichtigen die beiden Kolosse aus Stahlstreben von außen. Andere lassen sich mit dem Schiff wie in einer Badewanne in einem Aufzug von oben nach unten transportieren und überwinden in nur wenigen Minuten einen Höhenunterschied von 36 Metern.

Die Reise setzt sich fort gen Norden und die „Katharina von Bora“ ankert im Hafen von Stettin. Die Passagiere, die von Bord gehen, laufen zur Hakenterrasse, dem Wahrzeichen Stettins. In der Nähe des Hafens ragt das Schloss der Herzöge von Pommern aus dem 14 Jahrhundert in die Höhe. Noch mehr Geschichte gibt es auf dem Heumarkt. Ganz gemütlich kann man durch die Gassen der kleinen Altstadt spazieren und in Ruhe das alte Rathaus mit dem gotischen Ziergiebel bestaunen, das neben bunten Häusern steht, die sich an historischen Vorbildern orientieren.  Während einer Flussfahrt gibt es normalerweise keine großen Wellen oder starken Wind, da Flüsse ruhiger sind als das offene Meer. Doch im Stettiner Haff ist es erst einmal mit der Ruhe vorbei. Auf dem Weg zur Ostsee erheben sich die Wellen und das Schiff gerät ins Schaukeln, während es Schaum und Gischt hinter sich lässt. Einige Passagiere blicken ängstlich zum Fenster, während die Mutigen an Deck stehen und den salzigen Duft des Meeres einatmen, und die erfrischende Brise auf ihrer Haut spüren. Am Rande des Waldes zirpt und schnattert  es. Möwen hängen in Büschen und Bäumen, bevor sie wieder ausschwärmen und auf der Suche nach Beute sind.

Ganz anders ist es auf der Insel Wollin. Diese ist wegen ihrer feinen und breiten Sandstrände und dem traditionsreichen Seebad Misdroy bekannt. Eichen, Buchen und Ahornbäumen, Kiefern und Fichten sind im Nationalpark, der sich über einen Großteil der Insel erstreckt. Seeadler, Kraniche und Rohrdommeln und Rehe haben hier ihr Zuhause. Am Ufer stehen Angler und fangen Hechte, Zander oder Karpfen. Das Meer hat sich beruhigt, ein bisschen Wind weht noch, so das die Segelschiffe die „Katharina von Bora“  bis nach Wolgast und zur Insel Usedom  begleiten.

Seebrücke in Ahlbeck Foto:TMV Martin Harms t

Im Ostseebad Heringsdorf nahm der Badetourismus seinen Anfang. Ob der Oberforstmeister von Bülow im Jahr 1825 ahnte, welche Auswirkungen der Bau des ersten Logierhauses auf einem 34 Meter hohen sandigen Hügel auslösen würde? Bis zum Ende des Jahrhunderts ist aus der einstigen Fischerkolonie ein beliebtes Urlaubsziel geworden, das wegen des häufig schönen Wetters auch „Sonneninsel“ genannt wird. Heringsdorf zählt auch heute noch zu den beliebtesten Urlaubsorten an der Ostsee. Wenn die ersten Sonnenstrahlen des Morgens die Fassaden der Gründerzeitvillen in goldenes Licht tauchen, scheint die gute alte Zeit wieder zum Leben zu erwachen. Es sind die prachtvollen Sommerresidenzen, die wohlhabende Großstädter um die Jahrhundertwende errichten ließen. Läuft man an den Villen Oechsler, Staudt, Oppenheim, Hintze und Bleichröder vorbei, könnte es sein, dass sich jeden Moment eine Tür öffnet und ein Dienstmädchen in den frühen Morgenstunden zum Strand eilt, um frischen Fisch für die Herrschaften zu holen.  Weiter auf Fahrt geht es Richtung Rügen.

In Binz, dem größten Seebad der Insel, stehen zahlreiche historische Villen verschiedener Stilrichtungen. Verzierte Balkone, Veranden und Erker zieren die weißen Holzhäuser. Der Sand auf dem fast sechs Kilometer Strand schimmert in einem strahlenden Weiß, das an die Strände der Südsee erinnert. Bei kühlerem Wetter lädt die gut vier Kilometer lange Strandpromenade zum Flanieren ein. Zwischen den Buchenwäldern im Nationalpark Jasmund leuchten  die weißen Kreidefelsen und erheben sich über dem Meer. Das UNESCO-Weltnaturerbe in Rügens Norden ist auch für seine vielfältige Tierwelt bekannt. Seehunde leben in den Gewässern rund um die Insel.

Das Schiff kreuzt auf dem Bodden Richtung Greifswald. Malerisch liegt die Stadt im Sonnenlicht des Nachmittags. Von der Schönheit der Stadtsilhouette inspiriert, wählte der Maler Caspar David Friedrich, berühmtester Sohn der Universitäts- und Hansestadt, die Backsteinbauten oft zu Motiven seiner Bilder. Man kann seine Sichtweise nachvollziehen, denn in der historischen Altstadt sind die Bürgerhäuser, das ochsenblutrote Rathaus und die Backsteinkirchen ein wahrer Blickfang.

Während der Einfahrt in den Hafen von Stralsund, erstrahlt ein weißes Gebäude in der Skyline, das sich zwischen den historischen Speichern auf der nördlichen Hafeninsel erhebt. Anstelle von traditionellen Segeln aus Leinen schmücken geformte Stahltafeln in heller Farbe die Außenfassade des Ozeanums. Diese künstlich geblähten Segel dienen als ein Symbol für vergangene Zeiten, als der Hafen von Stralsund noch ein geschäftiger Umschlagplatz für Güter war. Und drinnen bekommt man keine nassen Füße, wenn man  im Ozeaneum auf Entdeckungsreise durch die Welt der Nord- und Ostsee läuft. In riesigen Meerwasseraquarien schwimmen Heringsschwärme, Hornhechte, Seehasen und Ohrenquallen. Oben auf dem Dach warten Pinguine auf die Besucher. Und so ganz nebenbei gibt es einen guten Ausblick auf die Altstadt.

Ein Nachbar der Hansestadt ist das malerische Eiland Hiddensee. Und da man sich gerne besucht, steuert die "Katharina von Bora" in diese Richtung. Nach einer knappen Stunde Fahrtzeit ist man auf der  fast 17 Kilometer langen Insel angekommen. Schon Anfang  des 20. Jahrhunderts war diese ein Eldorado für Künstler und Naturliebhaber. Weil es hier so idyllisch und überschaubar ist.    

 

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Die achttägige Reise von Potsdam nach Stralsund (bzw. umgekehrt) ist mit Vollpension bei Nicko Cruises ab 1399 Euro pro Person buchbar. Die nächsten Reisetermine sind bis Oktober 2023 geplant. Und nach der Winterpause geht es wieder los.

Weitere Informationen:
Stilvolles Inselhopping
8 Tage | Potsam • Ostseeinseln • Stralsund
www.nicko-cruises.de

Nicko Cruises von Kiel über Kopenhagen nach Bremerhaven

Ost- und Nordsee-Kreuzfahrt mit Genuss und Wellen

 

Mehrmals ertönt die Schiffssirene und die Nicko- Hymne wird beim Auslaufen der Vasco da Gama gespielt. Die Leinen sind los und das Schiff legt ab.Es ist schön, an Deck zu stehen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und beim „in See stechen“ dabei zu sein. Ein paar Möwen begleiten das Schiff neugierig.

Nach einer kurzen Sightseeing-Tour noch am Vormittag durch Kiel wurde es Zeit, zum Ostseekai 1 zu gehen. Am Nachmittag begann das Einschiffen auf der Vasco da Gama. Nach den Formalitäten, Gepäckabgabe, Ausweis- und Impfkontrolle, erhielt man die Kabinenkarte. Vor dem Abendessen fand eine Seenotrettungsübung mit Schwimmwesten statt, an der alle teilnehmen mussten.

Es gibt fünf Restaurants auf der Vasco da Gama. Das Begrüßungsmenü fängt mit einem klassischen Waldorf Salat an. Danach folgen Kartoffelsuppe, Salat und ein gebratenes Seehechtfilet mit Mandelbutter, Graupen-Risotto, Butterbrokkoli und Babykarotten. Der Weißwein, ein Verdejo aus Spanien, passt gut zum Menü. Als Nachtisch wird ein Brownie mit Vanillecreme angeboten. Später, im Theater, wird vor der großen Show Prosecco und Orangensaft gereicht. Laís aus Brasilien präsentiert Oskar prämierte Hits und Ohrwürmer wie „I could have danced all night“ und „Somewhere over the Rainbows“ von Judy Garland aus dem Film „Der Zauberer von Oz”.

Der Sonnenaufgang vor Kopenhagen ist beeindruckend. Ein Regenbogen überspannt die unzähligen Windräder im Meer. Der ganze Tag kann dem Landgang Kopenhagen gewidmet werden. Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit und das Wahrzeichen der Stadt ist die „Kleine Meerjungfrau“. Die Bronzefigur wurde von Eduard Eriksen nach der Märchenfigur von Hans Christian Andersen geschaffen und 1913 an der „Langelinie“ am Eingang zur Hafeneinfahrt aufgestellt.

Obwohl das Wetter im Norden nicht vorhersehbar ist, gibt es Glückstage mit Sonne. Der Tag in Kopenhagen ist so ein Glückstag. Mit einer Sightseeing-Tour Hop on Hop off, die gleich am Ozean Kai beginnt, bekommt man einen guten Überblick. Der Bus fährt am Rosenburg Schloss, das heute Museum ist und die dänischen Kronjuwelen beherbergt, am Botanischen Garten mit Pflanzen aus der ganzen Welt, und am Rathaus, dem Schloss für Bürger, vorbei. Etwas weiter beginnt die Strøget, sie ist eine der längsten Fußgängerzonen Europas. Dann sieht man den Tivoli, den Vergnügungspark mit einem haushohen Karussell, vom Bus aus. Disney soll den Tivoli besucht und daraufhin Disneyland gegründet haben. Dann geht die Fahrt nach Christiania, die mit Streetart an den Mauern und Häusern geschmückt ist, das ist der legendäre „Freistaat“, der einst von Hippies gründet wurde. Am Freihafen von 1894, dem früheren Viertel für Seefahrer, führt die Fahrt entlang bis zum Nationalen Kunstmuseum, wo flämische und niederländische Künstler gezeigt werden. Das Schloss Amalienborg, mit seiner Rokokofassade, ist seit 1794 königliche Residenz. Der Turm der Erlöserkirche von 1696 schraubt sich wie ein Korkenzieher, gegen den Uhrzeigersinn, nach oben. Beeindruckend ist der 56 Meter hohe Börsenturm. Vier ineinander verschlungene Drachenschwänze auf dem Turm sollen die Börse vor Feinden und Feuer schützen. Nach der Sightseeing-Rundtour lädt der große Nytory Platz mit kleinen Cafés und Restaurants ein, das geschäftige Treiben der Stadt zu beobachten. Allerdings muss man mit Dänenkronen bezahlen, aber IC Karten werden akzeptiert.

Kopenhagen hat eine Radfahr- und Segelkultur und ist Weltklasse im Design. Der Kopenhagener Arne Emil Jacobsen ist einer der international bedeutendsten Architekten und Designer Dänemarks. Sein Stuhl, die Ameise und der Eggchair sind weltbekannt.

Ein Shuttle fährt von hier wieder zurück zum Kai zur Vasco da Gama. Der Tag klingt mit einer Schlager Giganten Show aus: „Ein bisschen Spaß muss sein“, und bei „Ich will keine Schokolade“ singen alle mit. „Atemlos“ ist dann der Abschluss. Der nächste Tag ist ein reiner Seetag auf der Nordsee. Der Kapitän Adrian Firsoy und der Küchenchef Panos Georgopoulos stellen sich vor. Der Kapitän ist aus Rumänien, schon als Sechsjähriger wollte er Seefahrer werden, denn er ist nur zwei Minuten vom Meer entfernt aufgewachsen.

Georgopoulos hatte seinen MBA in Finanzwesen gemacht, später auf Kulinarik umgesattelt und als Koch gearbeitet. Seine Mutter war damals über den Wechsel enttäuscht. Er ist heute der einzige griechische Chefkoch in allen Ocean Cruises. Georgogpoulos erklärt, dass die Lebensmittel für die Küche in den Häfen regional eingekauft werden. Es gibt keine readymade und kaum tiefgefrorenen Vorräte. Alles wird frisch hergestellt, sogar das Brot wird täglich nachts gebacken. Das Brot ist so gut, dass sich einige Gäste bei der Abreise ein Brot für zu Hause bestellen. Das Schiff hat ca. 500 Besatzungsmitglieder im nautischen und im Hotelbereich, die aus dreizehn verschiedenen Nationen kommen. In der Küche arbeiten 80 Köchinnen und Köche und 20 Cleaner.

Mittags gibt es ein großes Barbecue am Pool. Dann wird noch eine „Behind the Scene“ Tour in den Bauch des Schiffes angeboten. Die Küche, die Lager für Getränke und Lebensmittel, die Wäscherei mit Bügelanlage und Sortieranlage für den Abfall können besichtigt werden. Auch ein reiner Seetag auf dem Schiff ist nicht, langweilig: Es werden Gymnastik, Walking, Fitnessstudio, Wellness, Geschicklichkeitsspiele, Ratespiele und Filme angeboten.  

Showtime – nach dem letzten Abendessen wird noch eine Heinz Erhardt und Peter Alexander Präsentation mit Gedichten und Liedern angeboten. Das ist ein gelungener Retro-Abend mit Horst Freckmann und Peter Grimberg.

Die Einfahrt nach Bremerhaven führt an großen Kränen entlang, die wie riesige Spinnen aussehen. Um acht Uhr legt das Schiff in Bremerhaven an. Das waren von Kiel über Kopenhagen bis Bremerhaven 744 nautische Meilen bei ruhigem Seegang und sonnigen Tagen. Das Schiff ist wie eine schwimmende Insel mit einer ausgesprochenen Sorglosigkeit und einem wohlschmeckenden Verwöhnprogramm. Ja, auf der Vasco da Gama kann man einfach chillen oder auch ganz aktiv sein.

Der Schiffsname Vasco da Gama hat eine historische Bedeutung: Vor 525 Jahren umsegelte der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama das Kap der Guten Hoffnung – und entdeckte den Seeweg nach Indien.

Gabi Dräger

 

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www.visitcopenhagen.de

 

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Die schönen Momente einer Donau-Schiffsreise                
Mit Nicko SPIRIT von Passau nach Budapest

 

Text und Fotos: Elke Thonke

 

Sensationell das Auslaufen auf der Donau  in der sternenklaren Nacht von Budapest.
Bis 23 Uhr erstrahlen die historischen Gebäude in voller Pracht. Leise gleitet die SPIRIT vorbei am bedeutendsten Bauwerk, dem Parlament, das sich auf der  Pest- Seite befindet. Im Hintergrund flackern bunte Leuchtreklamen des Geschäftsviertels. Doch dann richtet sich der Blick auf die Buda-Seite, Vorbei an der Fischerbastai und der Burg, sowie dem Gellertberg mit seiner Zitadelle.

 

Ein bewegender Abschluss  am Ziel dieser Flussreise, bei der zuvor noch etliche Passagiere einen typisch ungarischen Abend verbringen durften. Auch wenn in dem Lokal „Szeged Vendeglö“, nahe der Freiheitsbrücke, jedes Klischee bedient wurde, war es vielleicht deshalb besonders schön, denn es fehlte an nichts. Guter Wein, charmante Bedienung, reichlich Kesselgulasch, Folkloretänze sowie professionelle Musiker. Es gingen besonders die Klänge des Stehgeigers ans Herz.  

 

Zurück auf dem Schiff ist der „Absacker“ in dem gemütlichen Salon mit Bar und Alleinunterhalter genau das Richtige. Hier fühlen sich Gäste besonders wohl, egal ob sie sich auf ein Schwätzchen treffen, in kleinen Gruppen Karten spielen oder gar ein Tänzchen wagen. Die Getränkekarte hat einiges zu bieten. Diejenigen, die ein Getränkepaket gebucht haben, müssen nicht mehr so auf die Preise achten und – einen Mitternachtssnack gibt es auch.


Tagsüber  freut man sich auf die Kaffeezeit, denn es gibt leckeren Kuchen. Die aparte, jederzeit ansprechbare Kreuzfahrtleiterin Maria Shishkina, organisiert hier im Salon auch  Informationsveranstaltungen und einen Single-Treff. Zwei etwas ältere Herren reagieren lakonisch auf die Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens: “Es kommt wie es kommt“, „es ist wie es ist“!

 

Da der Routenverlauf in Passau beginnt, wurde zuerst Wien angelaufen. Hier, wie übrigens an allen Anlegestellen, haben Passagiere die Möglichkeit, etwas auf eigene Faust zu unternehmen, oder man nimmt zunächst an einer Stadtrundfahrt teil. Auch ein Konzertbesuch ist möglich in der Stadt des klassischen Wiener Dreigestirns, bestehend aus Haydn, Mozart und Beethoven. Zahlreiche Gäste zieht es in einen Heurigen, um den Abend beim frischen Wein und stimmungsvoller Musik ausklingen zu lassen. Wer Wien einmal erlebt hat, ist womöglich nicht das letzte mal hier gewesen.

 

Nun heißt es Kurs nehmen auf die slowakische Hauptstadt Bratislava, in der einst ungarische Monarchen gekrönt wurden. Die Burg, mit einem sehr schönen Barock-Garten, ist das Wahrzeichen dieser Stadt. Die Altstadt ist anheimelnd und schmückt sich mit zahlreichen Denkmälern. Das Bemerkenswerteste ist sicher die Bronzefigur des Kanalarbeiters, der Gullimann Cumil, geschaffen von dem einheimischen Künstler Viktor Hulik.

 

Gegen Abend wird die Reise fortgesetzt.Welch ein Luxusgefühl, eine Kabine mit breiter Fensterfront zu wählen, die  auf Knopfdruck bis zur Hälfte absinkbar ist. Im Bett zu liegen und trotz einiger Schleusen, die herrliche Landschaft einschließlich kleiner Dörfer und dem UNESCO Welterbe-Gebiet der Wachau an sich vorbei ziehen zu lassen, das begeistert viele Passagiere.

 

Nun bleibt noch Melk mit seinem imposanten Benedektiner-Stift. Führungen durch das Kloster zieht viele Besucher an. Über 1000 Jahre führt Melk  ein geistiges und kulturelles Leben. Selbst Umberto Eco hat mit seinem Roman „Der Name der Rose“ ein Zeichen in dieser Stadt  gesetzt.

 

Mit 155 Personen an Bord, bei voller Auslastung wären es 170, ist die erst drei Jahre alte SPIRIT gut belegt. Das Sonnendeck ist auf dem 110 Meter langen Schiff reichlich mit Liegen bestückt. Auch ein Wellness-und Fitness-Bereich ist vorhanden.
Absolut bemerkenswert  auf dieser Reise ist das Abendessen im Restaurant. Der türkische, international erfahrene Küchenchef Ibrahim Simsek, zaubert  mit seinem Team nicht nur abwechslungsreiche Speisen in bester Qualität, sondern überrascht, was das Anrichten betrifft, mit seiner Kreativität. Hier isst das Auge ständig mit. Höhepunkte bescheren einem zwei Gala-Abende, auf denen die meisten Passagiere sich etwas festlicher kleiden und damit die Atmosphäre bereichern. Im Hauptrestaurant ist freie Tischwahl. Wer Marios kleines Grillrestaurant am Heck des Schiffes besuchen möchte, kann dieses mittags und am Abend. Hier ist eine Anmeldung erforderlich, ebenso für Freunde einer leichten Mittagskost, dass am Bug des Schiffes, mit schöner Aussicht zu genießen ist.
 
Auf dieser Reise hat jeden Tag ein Gast Geburtstag. Mit Wunderkerzen und Torte gratuliert die Crewspitze. Happy Birthday von allen Seiten. Nur das Ständchen, eine krächzende, undefinierbare Musikeinlage, müsste einmal ausgetauscht werden. Die Freude lässt man sich natürlich trotzdem nicht nehmen.

Am Abschiedsabend findet auch eine Tombola statt. Als eine Dame gleich zwei Preise einheimste, ging der Hotelmanager  Iskren Kamenov mit einem großen, schwarzen Sack auf sie zu und beließ ihn an ihrem Platz. Eine erheiternde Idee! Leider hat nicht jeder diesen Wink verstanden.
Alle 38 Crewmitglieder stellten sich noch einmal vor, anmoderiert von Kapitän Alfred Rübbin, der bereits über 50 Jahre lang auf den Binnengewässern zu Hause ist. Doch seine Wiege steht in Aachen.

 

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Infos: Die sechs-Tage- Reise ist ab 749 Euro buchbar. Allerdings wird diese Route erst wieder von Mai bis Oktober 2024 befahren. Die SPIRIT bewegt sich im September und Oktober auf dem Rhein mit den Zielen Amsterdam oder Straßburg. Auch finden Adventfahrten statt. 4 Tage, von Köln nach Nijmegen über Amsterdam, pro Person ab 379 Euro.
Frühbucher dürfen immer preisliche Vorteile erwarten. Die Anreise ist zubuchbar.
Alle weiteren Auskünfte: www.nicko-cruises.deinfo@nicko-cruises.de,
auch Reisebüro oder Telefon: 0711 24898010

Die World Voyager auf La Gomera

Neues Schiff auf großer Fahrt                    

Mit der World Voyager zur Inselwelt des Ewigen Frühlings         

 

Text u. Fotos: Elke Petra Thonke

                   

Die “World Voyager“ ist erst 2021 vom Stapel gelaufen. So ist neben der „Vasco da Gama“ ein weiteres Hochseeschiff von Nicko-Cruises auf den Weltmeeren unterwegs und hat den Vorteil, auch kleinere Häfen anzulaufen. Dieses Expeditionsschiff fasst die kleine, feine Anzahl bis zu 200 Passagieren, die sich hier  wohlfühlen können.  Der vorhandene Platz für Aktivitäten, Genuss und Erholung steigert die Exklusivität. Die 104 Besatzungsmitglieder aus 25 Nationen kommend, zeigen deutlich, wie viel freundliche Aufmerksamkeit sie den Gästen widmen. Ein so hoch motiviertes, entspanntes Team, dass eine so angenehme Atmosphäre schafft, ist immer auch das Ergebnis einer guten und klugen Führung.

       Bei einem Tag auf See lässt sich Vieles auf dem Schiff genauer erkunden. Exklusive Einrichtungen ähneln größeren Schiffen. Auch hier ist ein stattliches Auditorium platziert, das für Darbietungen und Vorträge bestens ausgerüstet ist. Jetzt beherrscht Wolfgang Pröhl die Bühne. Mit seinem österreichischem Charme  informiert er unter anderem über die Kanarischen Inseln. Auf einem weiteren Deck steht für alle Fälle ein kleines Hospital mit ärztlicher Versorgung zur Verfügung. Um Corona- Verdachtsfälle auszuschließen, misst man täglich die Temperatur der Passagiere.

       Fitness, Sauna und Massagen, auch dafür ist gesorgt. Selbst ein Hubschrauberlandeplatz ist vorhanden. Auf dem Sonnendeck kann zwar nicht der Whirlpool, jedoch bei leichtem Seegang schon mal das Wasser des Schwimmbeckens überschwappen, was mitunter zur Heiterkeit beiträgt. Mittags lädt hier der Lido Grill zu leichter Kost ein. 

       Abends wird in der Regel im Restaurant serviert. Bei schönem Wetter ist auch der Außenbereich eingedeckt. Das Service-Personal ist sehr freundlich und zugewandt. So zaubert beispielsweise die Philippinerin Patricia, eine pfiffige und witzige Bedienung, oftmals ein Lächeln auf die Gesichter, wenn sie einen pointierten Spaß drauf hat. Eine andere aparte Kollegin von ihr, sie wirkt dagegen sehr ernst. Hat man herausgefunden, dass sie Ukrainerin ist, wird ihr Verhalten verständlicher. Kommt man ihr mit einer netten Geste entgegen, spiegelt sich ihr Dank in einem anmutigen Lächeln wider. Die Speisekarte kann sich absolut sehen lassen. Neben feststehenden, hochwertigen Standardgerichten gesellen sich täglich wechselnde Menüs, die untereinander austauschbar sind. Meistens phantasievoll angerichtet, isst das Auge gern mit. Dagegen könnte das Frühstücksbuffet etwas liebevoller und variabler gestaltet sein.

       Zur belebenden Unterhaltung trägt erfreulicherweise der Pianist Oliver Wenath bei. Seine oft einschmeichelnden Melodien spielt er zu unterschiedlichen Zeiten in zwei verschiedenen Lounges. Wer sich zurückziehen möchte, findet Ruhe und Erholung in den behaglich ausgestatteten Kabinen. Ein großer Fernseher im Goldrahmen, direkt vis-a-vis der Doppelbetten, wirkt beeindruckend. Eine Espressomaschine und täglich frisches Mineralwasser  gehören zum Standard. Wer eine Balkonkabine gebucht hat, erfreut sich über die große Panoramafront mit freiem Blick auf das Meer. Bei angenehmen Temperaturen  genießt man so den Aufenthalt im Freien und das auf ganz bequemen Sitzmöbeln.

       Angeboten wird auch eine Brücken- Führung. Der griechische Kapitän Yiannis Tsounakos ist seit früher Jugend Seemann aus Leidenschaft. Groß geworden ist er in Norddeutschland.  Sein jetziges Zuhause ist nun wieder Piräus, so dass man  unwillkürlich an „ein Mädchen aus Piräus“ denkt, an diesen musikalischen Ohrwurm der sechziger Jahre.

       Für Mutige und Abenteuerlustige finden während der Landgänge Zodiac- Fahrten  auf dem Atlantik statt. Die motorisierten Schlauchboote sind sehr beliebt. Mit viel Glück kann man hiermit Meerestiere aus der Nähe beobachten. 

       Die World Voyager nimmt Kurs auf die Kanaren. Auf den subtropischen Inseln  beträgt die Durchschnittstemperatur zwischen 18 und 25 Grad. Auf diesen sieben spanischen Inseln leben mehr als eine Million Menschen.

       Auf den nächsten Reisen  der World Voyager werden außer Gran Canaria die sechs anderen Inseln besucht. Die An- und Abreisen erfolgen von Santa Cruz auf Teneriffa. Zeit, um sich in der sehenswerten Hafenstadt mit seinen schönen Plätzen und zahlreichen Jugendstilbauten umzusehen oder hier einzukehren.

Auf einigen Inseln ist der Weg vom Schiff bis zum Zentrum durch eine blaue Linie markiert und dadurch erleichtert. Eine glänzende Idee.

       Die Inseln sind wahre Wanderparadiese. Daran wird bei den angebotenen Ausflügen gedacht.Verschiedene Schwierigkeitsgrade sind gekennzeichnet.

La Palma ist besonders schön. Eine sehr grüne Insel, mit üppiger Vegetation und eigenem Weinanbau. Empfehlenswert ist Santa Cruz, ein Städtchen zum Verlieben. Hier unterwegs, verlockt das    Café „Don Manuel“ zur Einkehr, nicht nur weil es so sehenswürdig ist.

El Hierro ist die kleinste Insel. Geografisch ähnelt sie einer Männerbadehose. Geprägt von landschaftlicher Vielfalt, ideal zum wandern. Fünf  Windräder können die Insel 20 Tage lang mit Strom versorgen. Es gibt hervorragend ausgebaute Panorama- Straßen, die zu spektakulären Aussichtspunkten führen.

La Gomera, ebenso eine grüne, sehr spezielle Insel hat dichte Wälder und hohe Felsformationen. Über Jahrhunderte  haben sich Einwohner per Pfeifen über Berge hinweg verständigt. Um diese Tradition zu erhalten, wird heute wieder die Pfeifsprache El Silbo an Schulen gelehrt.

Fuerteventura ist herausfordernd. Sie ähnelt in weiten Teilen einer Geröllwüste, allerdings gibt es hier phantastische  Hotelanlagen sowie die besten und feinsten Sandstrände.

Lanzarote wird zuletzt angelaufen. Bekannt durch weitreichende, auch fruchtbare Lavafelder auf denen Weinreben gedeihen. Die Strände bestehen überwiegend aus schwarzem, feinen Lava-Sand.  Hier lebte der berühmte Architekt und vielseitige Künstler César Manrique, dessen Verdienst es ist, dass Häuser mit mehr als zwei Stockwerken nicht gebaut wurden. Auch auf anderen Inseln schuf er architektonische Sehenswürdigkeiten.

       Nach all den Eindrücken neigt sich die Fahrt dem Ende entgegen. Vielleicht noch ein kleiner Tipp. Versierte Kreuzfahrer wissen, bevor die letzte Nacht anbricht, dass die Koffer vor die Kabinentür gestellt werden, damit sich kein Passagier bis zur Ankunft am Flughafen mehr darum kümmern muss. Was passiert: Zwei ältere Damen packen nachts ihre Koffer und haben bereits ihr Nachtgewand angelegt. Sie treten vor die Tür. Die Eine stellt ihren Koffer rechts- die Andere stellt ihn links ab. Auf einmal macht es „peng“, die Tür knallt zu. Beide schauen sich sprachlos mit großen Augen und offenem Mund an. Nach mehreren Sekunden brechen die Verdutzten in schallendes Gelächter aus. Nun musste diejenige eine Etage tiefer  zur Rezeption wandeln, die etwas an den Füßen hatte und das unauffälligere Nachthemd trug. Lächelnd wurde eine neue Einlasskarte überreicht. Also bitte, in so einer Situation nicht ohne Karte die Kabine verlassen.

Ein Sinnspruch von Andreas Bechstein besagt: „Eine lange Reise hört nicht am Ziel auf. Ein Stück von uns wird im Geiste immer weiter reisen.“

Infos:

8 Tage „Inseln des ewigen Frühlings.“ Kanaren intensiv.

Preise: Ab 2.199 Euro pro Person  u.a. inklusiv Vollverpflegung, einschl. Kaffee u. Kuchen.

An- und Abreisepaket inklusiv Transferleistungen von Frankfurt nach Teneriffa 600 Euro  pro Person. Getränkepaket zubuchbar für 203 Euro.

Ausflüge: Sie sind allemal lohnenswert und werden mit deutschsprachiger Führung begleitet. Die Preise bewegen sich zwischen 35 bis 98 Euro.

Buchungen unter  www.nicko-cruises.de. Tel: 0711 24898044 oder in den Reisebüros.

Kleine Schiffe, große Erlebnisse

Dieses Motto hat sich Nicko Cruises auf die Fahnen geschrieben.

Eine Städtetour der Route Nürnberg-Regensburg-Kelheim-Nürnberg.

                                                                                                          von Elke Thonke

 

Fröhliches Gelächter dringt aus dem Salon des Flussschiffes MS Belvedere.

Eine kleine, stämmige Frau unterhält offensichtlich eine größere Personengruppe, denn die Lachsalven wollen nicht enden.

Schaut man sich um, ist jede Altersgruppe gut vertreten.

Dass es nicht langweilig wird, dafür sorgt Alleinunterhalter Pedro. Mit flotten Rhythmen, Gesang und einschmeichelnden Melodien erreicht er jede Altersklasse. Gern genießt man schon einen Aperitif mit musikalischer Untermalung vor der Abendmahlzeit.

In dem behaglichen Panoramarestaurant nehmen die Gäste während ihres gesamten Aufenthaltes feste Plätze ein. Die Bedienung ist angenehm freundlich und die Küche kann sich sehen lassen. Hat ein Passagier zufällig Geburtstag, geht es recht stimmungsvoll zu. Bei gedämpftem Licht, entzündeten Wunderkerzen und einer fein dekorierten Geburtstagstorte, zieht so ein Teil der Crew an den Beifall klatschenden Gästen vorbei.

Im Panoramasalon mit Barbetrieb werden auch Quiz-Abende veranstaltet. Tagsüber wird hier gern gelesen, geplauscht oder gespielt. Bücher und Spiele sind auf dem Schiff ausleihbar. Der Zugang zum Wellnessbereich hängt von der Corona-Lage ab. Vom Sonnendeck auf  Herbst- und Winterreisen können Passagiere nur träumen, jedoch ist es sehr angenehm, bei frischer Luft tief durchzuatmen.

Die fünftägige Schiffstour beginnt in Nürnberg. Der Main/Donaukanal  überrascht durch seine zahlreichen Schleusen. Hier fließen Altmühl, Naab und Regen der Donau entgegen. Einiges kann man vom Bett aus genießen, denn auf dem Mittel- und Oberdeck verfügen die geräumigen Kabinen über bodentief, zu öffnende Panoramafensterfronten, bekannt als französische Balkone. Das Hauptdeck ist mit nicht zu öffnenden großen Bullaugen versehen.

Ein tägliches Programm, stets mit einem flotten Spruch beginnend, informiert über den Tagesablauf sowie über Tagesausflüge. So wird zuerst Regensburg angelaufen. Der Aufenthalt ist von mittags bis nachts vorgesehen. Zeit, um sich die von der UNESCO mehrfach ausgezeichnete, mittelalterliche Stadt anzusehen, die auf eine über 2000 Jahre alte Geschichte verweisen kann. Mehr als tausend denkmalgeschützte Gebäude sind als historisch interessant eingestuft. Die meisten Häuser, aus Stein errichtet, waren im Besitz reicher Familien. Daher wahrscheinlich der Begriff „steinreich“!

Wahrzeichen ist die 320 Meter lange Steinerne Brücke aus dem 12. Jahrhundert mit ihren16 kunstvollen Bögen. Ein beliebter Aussichtspunkt auf die Donau. Im gotischen Dom erfreuen sonntags zur Messe, die international bekannten Regensburger Domspatzen das Publikum.

Auf der Hinfahrt haben wir Kelheim erst einmal links liegen gelassen. Erst auf der Rückfahrt ist hier ein Aufenthalt bis mittags vorgesehen. Zahlreiche Passagiere besuchen das Kloster Weltenburg, eine Benedektinerabtei mit angrenzender Brauerei. Sehenswert ist auch die Befreiungshalle, ein äußerst bemerkenswertes Denkmal, das einst Bayernkönig Ludwig, in Anbetracht siegreicher Schlachten gegen Napoleon errichten ließ.

Diejenigen, die in Kelheim individuell das Schiff verlassen, spazieren in das beschauliche Städtchen, deren Straßen wie geleckt wirken. Kelheim kommt einem vor, wie eine hübsche Spielzeug-Stadt. Drei Stadttore und Türme, bunte Steinhäuser mit Spitzdächern, darunter die älteste Weißbier-Brauerei Bayerns und wenige Schritte weiter ein Elektromobil, das normalerweise Mitfahrende kostenlos durch die Innenstadt fährt. Jedoch herrscht an vielen Orten sonntags „Totentanz“!  Doch welches Erstaunen: Lokale sind geöffnet und das „Café am Domtor“ ist eine enorme Überraschung schon deswegen, weil es fast voll besetzt ist. Eigene Backwaren, Kaffeevariationen und Teesorten ohne Ende – sowie ein enormes Frühstücksangebot. Ach wie lange hätte man hier verweilen mögen, doch kein Schiff wartet.

Pünktlich legt die Belvedere wieder ab. Sie führt durch das schöne Altmühltal und weiter bis in die geschichtsträchtige Stadt Nürnberg, in der die Schiffsreisenden zum Abschluss einen Tag und eine Nacht verbringen. Trotzdem wird die Zeit nicht ausreichen. Bei über 15 Museen, einem weitreichenden gastronomischen Angebot und weiteren zahlreichen Sehenswürdigkeiten muss man sich entscheiden. In der Altstadt steht der Dom St. Peter, vor dessen Toren breitet sich täglich ein hoch appetitlicher Früchtemarkt aus.

In den Straßen und Gassen werden bei bestimmten Namen oder Begriffen Assoziationen geweckt. Zum Beispiel “Weinstadel“, da werden gewisse Gelüste geweckt. In Wirklichkeit ist vom ältesten Fachwerkbau Deutschlands die Rede. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auch Namen wie „Henkersteg“ und „Henkerturm“, erinnern an tiefstes Mittelalter. Phantastische Brunnen regen die Phantasie an. Erheiternd, -  das „Ehekarussell“ oder der „Schöne Brunnen“, er soll tatsächlich der Schönste der Stadt sein. Und dann tauchen auf dem „Narrenschiff“ Sprüche auf wie „Angst, Gewalt und Technik zerstören das Leben“ sowie „Der Tod lacht Hohn“. Doch das Leben hier ist recht lebendig.

Und wer verlässt schon Nürnberg, ohne eine Bratwurst gegessen zu haben! Es verfolgt einen auf Schritt und Tritt. Man kann - muss aber nicht - in das weltgrößte Bratwurst-Restaurant gehen, wo es heißt: „Grüß Gott im Röslein“.

Nürnberg möchte 2025 Kulturhauptstadt werden. Für ihre Bewerbung wünscht man der Stadt viel Glück.

An diesem letzten Abend findet auf dem Schiff die Abschieds-Gala statt. Zum Empfang bei einem Gläschen Sekt, verabschieden sich der Kapitän Georgiy Tugayev und seine Crew von den Passagieren. „Ein Leben ohne Freude ist wie eine Reise ohne Gasthaus.“ So könnte im weitestem Sinne ein ähnlicher Spruch lauten.

 

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Infos:

Unter dem Namen Nicko-Cruises sind 25 Fluss-Schiffe und zwei Hochseekreuzer auf Flüssen und den Weltmeeren unterwegs.

Die „Belvedere“ fasst 173 Passagiere. Über 40 Besatzungsmitglieder kümmern sich um das Wohlergehen. In den Sommermonaten fährt die „Belvedere“ auf der Donau   von Passau aus auf zwei verschiedenen Routen nach Ungarn. Erste Tour vom 04.04.22 - 11.04.22, ab 799 Euro pro Person.

Abermals sind fünf Termine für Adventsfahrten jeweils fünf Tage mit Vollpension auf der beschriebenen Route vorgesehen. Erste Abfahrt von Nürnberg, am 29.11.22, letzte Tour am 15.12.2022. Kostenpunkt pro Person ab 349 Euro. Zubuchung: Ausflugspaket (drei Ausflüge) 95 Euro. Getränkepaket für 120 Euro.

Buchungen: www.nicko-cruises.de  Tel: 0711 24898044 oder im Reisebüro.

Im Liegestuhl zur Loreley
          Biegungen und Burgen: Eine schöne Art, Heimat zu erfahren, ist auf einer Flusskreuzfahrt über den Rhein. Mehr Romantik geht kaum. Mehr Natur und Grün auch nicht.

 
Text und Fotos: Katharina Büttel        
   
          Weite, gar exotische Reiseziele sind auch in diesem Jahr noch problematisch. Deutschland entdecken, heißt deshalb das Motto der Stunde. Und schon schwirren die Reiselustigen durch die heimischen Regionen, immer wieder überrascht, was es alles zu sehen gibt.
           Warum also nicht einmal von Bord eines Edelkreuzers den schönen, alten Rhein erleben, die Seele dieser besonderen Landschaft entlang des Flusses, einer der ältesten Europas, erspüren? So wie es englische Adlige und betuchte Bildungsbürger im 19.  Jahrhundert taten und genossen? Befeuert wurden sie von den Aquarellen William Turners, der das Rheintal in dieser Zeit elfmal mit der Staffelei unterm Arm bereist hat. So was Tolles hatte der Künstler in England, dessen Gewässer er ausgiebig portraitiert hatte, nicht gesehen. Für ihn war der Rhein länger, seine Ufer waren wilder, seine Schluchten tiefer, und vor allem war er von Burgen und Ruinen bekrönt.
            Bevor es volle Kraft voraus heißt, müssen sich die Gäste an Bord der MS „nickoVISION“ den erforderlichen Corona-Maßnahmen unterziehen. Das heißt Negativtests, Genesungs- oder Impfnachweise vorweisen, Hände desinfizieren, FFP2-Masken anlegen; das ist Pflicht zu jeder Tageszeit auf allen Decks, im Restaurant und an der Bar, bis man sitzt. Wer keinen kompletten Impfschutz vorweisen kann, wird in der offiziellen Bord-Teststation zusätzlich alle 48 Stunden von einem Arzt oder von speziell geschulten Crewmitgliedern getestet, bei Landgängen täglich.  
             Das elegante Schiff, seit 2018 in Betrieb, verlässt am späten Nachmittag den Osthafen von Frankfurt. Der Pandemie wegen ist die Route leicht verändert, was das Reisevergnügen aber nicht schmälert. Normalerweise geht es rheinaufwärts über Mannheim bis Straßburg. Dieses Mal wird in Kehl, der kleinen Schwester von Straßburg auf der rechten Rheinseite, angelegt. Von hier tritt der Kreuzer die Rückfahrt an - flussabwärts mit Stopps unter anderen  in Speyer, Köln, Bonn, Mainz, Wiesbaden mit Ziel Frankfurt.
             Die Reise beginnt entspannt: man liegt auf dem Bett, schiebt die deckenhohen Fenster weit auf und ist verblüfft. Vater Rhein fließt wie ein Film vorüber. Mal sind die Wellen dramatisch, mal zeigt sich der Fluss sanft, glatt, ruhig, wunderschön. Die Uferkulissen wechseln ständig. Türme und Kirchturmspitzen schrauben sich in den Himmel, dann wieder funkeln in der Sonne buntbemalte, mit Gold überzogene Schlossportale dicht neben Fachwerkhäusern und Terrassen-Cafés. Steile Rebhänge und schroffe Felsen begleiten den Strom rechts und links.
             Die Landgänge bieten reichlich Gelegenheit, schmucke, geschichtsträchtige Städte und Kurorte zu erkunden. Heidelberg trumpft mit Deutschlands schönster Schlossruine, Baden-Baden mit einer noblen Flaniermeile, die mitten durch eine herrliche Parkanlage zum Casino, zu Grandhotels und Museen, prächtigen Palais und Villen führt. Ausflüge in die Natur stehen natürlich auch auf dem Programm. Panoramafahrten ins Hanauer Land und über die badische Weinstraße zeigen Weinorte von Fachwerk und Schiefer in ihrer Idylle und Gemütlichkeit. Glücksorte für Genießer von Pinot Noir, Blauburgunder, Waldulmer und Hex vom Dasenstein und fabelhafter Küche. Kirschbäume dicht an dicht, soweit das Auge reicht. Begeistert ist man weltweit vom Schwarzwälder Kirschwasser und der Schwarzwälder Kirschtorte, die natürlich nur hier in den Konditoreien das berühmte gewisse Etwas hat. Keine Frage: die Landschaft, die auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste steht, soll und muss geschützt werden.
            Mehr Deutschland in einer Woche geht kaum, mehr Grün, mehr Romantik inmitten dieser „hochgesegneten Gebreiten“, wie Goethe die Region einst nannte, auch nicht. Das Wasser macht’s. Selbst diese verkehrsreiche Wasserstraße mit ihren Uferböschungen, Wiesen und Auwälder bleibt ein Stück Natur. Und in der Pandemiezeit sieht der Kreuzfahrer selten Tanker und Lastschiffe, umso öfter Paddelboote und Angelkähne.
           Köln-Koblenz-Rüdesheim: das ist die Prunk- und Paradestrecke des deutschen Rheins. Hinter den Biegungen Burgen, die waghalsig hoch auf Felsen thronen – eine Etage tiefer Burg Maus und Burg Katz bei St. Goarshausen, Burg Klopp und der Mäuseturm bei Bingen. Weinberge mit weltberühmten Lagen. Die Orte öffnen sich zum Fluss: Uferpromenaden, Ortsschilder, Anlegestege, winkende Kinder, Entenmütter mit ihren Kleinen. Fische springen, Fischreiher steigen auf, um in der nächsten Sekunde wieder niederzugehen.
            Und dann der Strom selbst, stark, mächtig, prächtig. Man kommt vor Schauen und Staunen kaum vom Sonnendeck weg. Und schon kommt der Felsen der viel besungenen Loreley, die nach der Legende mit ihrem Sirenen-Gesang so manchen Schiffer ins Unglück getrieben hat. Selbst der hartnäckigste Kritiker kann nicht länger leugnen: Deutschland ist schön! Eine Flussfahrt ist nicht langweilig.
             Die Kulinarik an Bord schon gar nicht. Aufgetischt wird das Feinste, was Rheingau und Mittelrhein zu bieten haben. Frische Produkte aus der Region, der Küchenklassiker Boeuf bourguignon und Blanquette de Veau – einfach gut.
             Der Rheingau ist uraltes Rebenland. Schon Karl der Große ließ hier roden und Weinstöcke anpflanzen. Goethe wanderte hier: er wusste stets, wo es schön war und wo der Wein schmeckte. Queen Victoria, britische Königin, bereiste das Rebenland 1845. Mit „Good Hoc keeps away the doc“ soll sie ihren Lieblingsriesling aus Hochheim gelobt haben. Daran muss erinnert werden, sonst denkt man vielleicht, es gäb hier nur Drosselgassen.
            Rüdesheim, quasi die Hauptstadt des Rheingaus, ist ein Ort mit zwei Gesichtern. Nur wenige Schritte abseits der berühmten Rumtata-Gasse gibt es nicht nur stille Winkel, sondern kultiviertere Gaststätten mit besserem Riesling und historische Adelshöfe in der Oberstraße. Mit der kleinen Kabinenseilbahn zuckelt man über die Weinberge und hat nach zehn Minuten den Startpunkt der Riesling-Wanderrouten erreicht, immer den Fluss im Blick. Dort prunkt auch das Niederwald-Denkmal mit der kolossalen Germania. Die Dame soll aber mitnichten den Ruhm des deutschen Weines künden, sondern erinnern an die Gründung des Deutschen Reiches 1871. Stolz streckt sie statt Glas und Reben eine lorbeerumrankte Krone in den Himmel.
             Was die Landgänge angeht: wo sonst bekäme man die Pretiosen deutscher Idylle so präsentiert, aufgefädelt am Fluss wie Perlen auf der Schnur. Überall hat man ausreichend Zeit, sich auf eigene Faust umzusehen. Durch Fußgängerzonen und über Märkte zu bummeln, Kirchen zu schauen, in Läden zu stöbern, in Gasthöfen einzukehren. Die Urlaubsform ‚Fluss-kreuzfahrt‘ hat ihr Publikum und wird immer beliebter. Aus gutem Grund. Bequemer geht es nicht und preiswerter auch nicht.                                                          

 

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Service „Rhein-Flussfahrt“

Den Katalog „Flussreisen“ mit allen deutschen und europaweiten Routen, Terminen und Preisen bei nicko cruises. Tel.: 0711-2489800; www.nicko-cruises.de; info@nicko-cruises.de
Preisbeispiel: 5 Tage auf dem Rhein ab 499,-- Euro/VP, zzgl. An- und Abreise.

 

Blaues Wunder Süddalmatien

          Die schönsten Reisewege gehen übers Wasser: blaues Meer, türkisschimmernde Flüsse, jadegrüne Kanäle. Die Küste lässt sich bequem per Schiff entdecken - ideale Kombination von Faulenzen an Bord und Kulturkonsum an Land.
 
Text und Fotos: Katharina Büttel        
 
           Vor der Kulisse der mittelalterlichen Stadtmauer, vor Renaissancepalästen, barocken und gotischen Häusern liegt im Hafen der alten Festungsstadt Zadar die „MS Dalmatia“ – schnittig, elegant in Creme und Weinrot. Ferne dehnt sich in der Brise, von der palmengesäumten Uferpromenade gegenüber wellen Cevapcici-Düfte.

             Das 17-Kabinen-Schiff ähnelt einer Privatyacht. Auf der Brücke steht kein Seebär mit weißbärtigem Gesicht – Josip Maruncic ist eher der „Typ Fußballstar“, 37 Jahre alt, schlank, sportlich und seit drei Jahren Kapitän auf der „Dalmatia“. Seemännische Erfahrung sammelte er über 12 Jahre als Offizier auf hoher See; ihm zur Seite und am Steuer steht sein Bruder. Als Kellner, Barkeeper, Reiseführer und  Entertainer stellt sich Daniel vor. In der Bordküche „regiert“ eine Kroatin, die jeden Tag aufs Neue mit köstlichen Regionalgerichten aufwartet: familiäre Atmosphäre.
           Die Reise beginnt ein wenig holprig, der Bootsausflug in den Zrmanja Canyon fällt ins Wasser. „Noch scheint die Sonne, aber der gefährliche Yugo-Wind mit starkem Wellengang kommt, Sicherheit geht vor!“ erklärt Josip. Dafür wird der Spaziergang mit der Stadtführerin Angeline durch Zadars Altstadt ausgedehnter und fülliger: die Domkirche der Heiligen Anastasia aus dem 13. Jahrhundert, das Forum Romanum mit Pflaster aus römischer Zeit, der Platz der fünf Brunnen und die Flaniermeile Siroka Ulica.
          Am nächsten Morgen nimmt die „Dalmatia“ Kurs auf Šibenik. Sie pflügt durch die einzigartige Fjordlandschaft, vorbei an karstigen, an bewaldeten, an eierförmigen Brocken. Bizarre Felsen tauchen wie runzlige Rücken versteinerter Saurier aus dem Meer auf. Nahe an der Küste geht’s entlang. Aus Südost der Yugo wühlt das Wasser auf, Schwäne tanzen Rock’n Roll, weiß schäumt es am Bug.     
           „Kornati-Inseln hat es so viele wie Tage im Jahr“ plaudert Daniel auf dem Sonnendeck. Tatsächlich sind es nur etwa 150 meist unbewohnte, karge Robinson-Eilande und Riffe aus weißgrauem Gestein, azurblau umspült in der Adria. Auf einer Fläche von 47 mal acht Kilometern sind die Kornaten die dichteste und größte Inselgruppe im Mittelmeer.
           Kein europäisches Land außer Norwegen hat so viele Buchten und Inseln wie Kroatien, Relikte der jüngsten Eiszeit. Als sich vor rund 12 000 Jahren die Erde wieder erwärmte und die Gletscher schmolzen, hob sich der Pegel der Adria um gut 70 Meter. Weite Teile der kroatischen Küste versanken im Meer, bescherten dem Land 1185 kleine und kleinste Inseln.
           Josip steuert die „Dalmatia“ auf „das Gesicht von Šibenik“ zu, Stadt der Kirchen und Festungen. Bei der Kanaleinfahrt grüßt zuerst St. Nicola von einer Insel im Meer. Tausend Jahre alt ist die Stadt, und doch eine der jüngsten in Dalmatien. Mächtig über allem die 500 Jahre alte Kathedrale Sveti Jakov mit Unesco-Status, halb Gotik, halb Renaissance. Schmunzeln lassen einen die 72 gemeißelten Portraitköpfe mit originellen Details, aufgereiht im langen Außenfries rund um die Apsiden; Bürger aus den unterschiedlichen Schichten, Herrscher aus ganz Europa.
            Die ausgetretenen Treppen zur Festungsruine Sv. Ana sind der Mühe wert: in den winkligen Gassen verstecken sich viele schöne Paläste, Plätze, Kirchen. Den weiten Blick über die roten Dächer und das Meer ins grüne Tal der Krka bejubeln wir mit einem Glas Dingac, dem besten Rotwein der Region.
            Nach dem Steinernen pure Natur im Krka-Nationalpark. Wir fahren durchs Winnetou-Land, dem Wilden Westen der Karl-May-Verfilmungen. Die Krka fließt kilometerlang durch Wälder, staut sich in zwei Seen, stürzt hunderte Meter über 17 Kaskaden ins Tal. Holzpfade führen an stehendem, fließendem, tanzendem, strudelndem Wasser vorbei. Lichtspiele auf Feigenbaumblättern, Seerosen, Schwertlilien, und der blauen Iris, der kroatischen Nationalblume. Vor dem spektakulären Wasserfall Skradinski Buk baden Touristen in südseeähnlichem Gewässer.
          Split bedeutet „Palast“. Über Gässchen und Treppen geht es zur Prachtanlage, die um 305 für den römischen Kaiser Diokletian erbaut wurde. Der Gebäudekomplex imponiert mit 18 Meter hohen Wachttürmen und zwei Meter dicken Festungsmauern - knapp vier Hektar misst des Kaisers Sommerresidenz. Heute kann man in der Palaststadt Wohnungen kaufen oder mieten; etwa 3.000 Menschen führen dort modernes Leben in alten Mauern. Im Peristyl versammelten sich Untertanen und Gäste. Hohe, korinthische Säulen sind erhalten, kaum eine Epoche, die nicht Spuren hinterlassen hat. In den engen Straßen mit antiker Pflasterung pulsiert das Leben, unter gespannten Wäscheleinen ducken sich Cafés und Bars, szenige Lounges und Boutiquen.
          “Rom und Venedig – Daniel meint Split - war vormittags, der Nachmittag gehört Omis“. Josip manövriert sein Schiff im gurgelnden Wasser an verwunschenen, einsamen Buchten vorbei, Möwen kreischen. Die laue Brise auf dem Gesicht weht Gedanken und Sorgen weg. Wir gehen vor Anker. Rau ist das einstige Piratennest: eben waren noch  ansehnlicher Strand und hübsche Jugendstilvillen zu sehen, dann, zack, türmen sich am Ortsausgang riesige Felsbrocken auf. Links schäumen die Stromschnellen der Cetina – Rafting-Fans sind gefordert! – rechts mäandert unser Ausflugsboot ruhig durch die sattgrünen Flussschleifen, eingerahmt von dem steilen, wildschönen Karst-Gebirge. Unterbrechung auf halber Strecke bei traditioneller Käse-Speck-Platte und Rotwein. Drei Musiker in Ringelhemden begrüßen uns mit „Zivjeh“ – leben Sie hoch! – und kroatischen Liedern. Im trubeligen Gassengewirr von Omis endet der erlebnisreiche Tag mit gegrilltem Tintenfisch.
             Welches ist das schönste unter den kroatischen Inselstädtchen?  Korcula-Stadt! Wie gemalt liegt die ummauerte Stadt aus dem Mittelalter vor uns. Zusammengedrängte Häuser, Festungen aus hellem Stein, Ritterburgtürme, Tintorettos und Leonardo da Vincis. In einer der verwinkelten Gassen sei der große Reisende Marco Polo geboren – so schwören zumindest die Korculaner. Weltruhm erlangte er bekanntlich als „Venezianer“. Egal.
          Drei Stunden Sonnendeck bis Dubrovnik - auf einer Landzunge erhebt sich unter uns die steinerne Stadt, umschlungen von Bastionen und Zyklopen-Mauern. Ihre Ziegeldächer leuchten in der Sonne. Die Altstadt auf der einen, das Meer auf der anderen Seite, umrunden wir die Stadtmauer. Die schnurgerade Stradun glänzt wie ein spiegelglatter Parkettboden, flankiert von Palästen und Patrizierhäusern, weinumrankten Balkonen und Säulengängen, von Cafés und Restaurants. Ein verdammt guter Ort, Wiege von Literaten, Humanisten und Künstlern. Die könnten sich allerdings heute wohl kaum eine der astronomisch überteuerten Altstadtwohnungen leisten.
          Die Touristen stört das wenig. Sie sind einfach nur hochbegeistert von der „Perle der Adria“. Vorsichtshalber hat Daniel für den Abschiedsabend den Weinvorrat aufgefrischt.  

 

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Anreise:  
Zum Beispiel mit der Lufthansa-Group  von Frankfurt/Main direkt nach Zagreb, Rückflug von Dubrovnik über München nach Berlin-Tegel. www.lufthansa.de
Vor der Einschiffung in Zadar ist ein Busausflug vom Flughafen Zagreb zu den Plitvicer Seen im Reisepreis inkludiert.
Einreise:
Eigentlich genügt der gültige Personalausweis, der Reisepass jedoch  ist nie verkehrt.
Schiffstour:
Der  Veranstalter  z. B. ‚nicko Cruises‘ bietet die süddalmatinische Inselwelt als
8-Tage-Reise auf der 4-Sterne-„MS Dalmatia“ oder dem Schwesternschiff „MS Maliante“ an. Sie sind ca. 34 Meter lang, 7,80 Meter breit. Flüge, Transfers, alle Ausflüge,, fast VP sind im Reisepreis ab 1.549 Euro/P. eingeschlossen, WLAN kostenlos. Auch der Besuch des Archäologischen Museums Narona in Vid sowie Bootsfahrt durchs Neretva-Delta.
Tel. 0711-248980-0; info@nicko-cruises.de; www.nicko-cruises.de
Buchtipps:
Marco Polo: „Die Küste Dalmatiens“ passend zur Kreuzfahrt; Polyglott on tour: „Kroatien“ mit Landkarte;  Michael Müller: „Kroatische Inseln und Küstenstädte“.
Auskunft:
Kroatische Zentrale für Tourismus, Frankfurt/M., Tel. 069-238 53 50; info@visitkroatien.de;
www.croatia.hr

Russisches Bilderbuch

 

          1726 Kilometer zu Schiff von St. Petersburg nach Moskau durchs stille Karelien zu den altrussischen Städten auf dem Goldenen Ring – endlos, prächtig, pompös.

 

Text und Fotos: Katharina Büttel

 

       „Glockentürme, Kirchtürme jeglicher Höhe, jeglichen Stils und jeglicher Farbe, Paläste, Dome, kleine Pavillons an der Seite von Kathedralen!“ stammelte voller Bewunderung der Marquis de Custine 1839 auf seiner Russlandreise, als er die Pracht im Zarenreich zu sehen bekam. Auch heute noch sind die Besucher tief beeindruckt. Und es reist sich komfortabel und entspannt - der Marquis rumpelte noch auf hartgefederten Postkutschen daher.

             Für elf Tage ist der Fluss-Kreuzfahrer auf einer gemächlichen Reise voller Superlative. Man fährt über zehn verschiedene Gewässer: Europas größten See, den Ladoga-See, über Europas längsten Fluss, die Wolga, und den längsten Kanal der Welt, den Wolga-Ostsee-Kanal. Altrussische Städte, endlose einsame Kiefernwälder, ländliche Provinz.

            Petersburg bei Nacht ist eine Offenbarung, eine Überwältigung. Die Altstadt strahlt in hellstem Glanz, alles leuchtet: der berühmte Newskij Prospekt mit seinen einzigartigen Häusern dicht an dicht, die Erlöser-Blut-Kirche, das frühere Puschkin-Theater, die eleganten Adelspaläste entlang der Fontanka, dem malerischen Kanal, der sich wie die Mojka durch die Stadt windet.

            Es ist die Stunde, zu der „Piter“ von seinem Geheimnis am meisten offenbart, seiner Schönheit, seiner schier unglaublichen Eleganz. „Alles ist eine Illusion, alles ein Traum, nichts ist, was es scheint“, schrieb der Dichter Nikolaj Gogol über die „Stadt der Geister“.

           Vor dem Boot auf dem Wasser der Newa ziehen die Marmorpaläste, die prunkvollen Barock-Fassaden, die klassizistischen Gebäude wie ein breites Goldband vorbei. Das Winterpalais, Eremitage: größtes und schönstes Kunstmuseum der Welt, geradezu synonym mit St. Petersburg, die schwere Goldkuppel der Isaac-Kathedrale, die vergoldete Turmnadel der Peter- und Paul-Kathedrale, sie schaukeln - Spiegelbilder - in dem goldglänzenden Fluss und verweben Traum und Wirklichkeit.

          Der Abschied am nächsten Tag fällt schwer, die gewaltigen Stimmen der fünf Kirchensänger in der kleinen Kapelle hallen nach, durchwirken den Zauber des gestern Gesehenen. Bis die Kulisse von St. Petersburg am Heck-Horizont verschwindet, bleiben die Gäste an Deck. Der Lunch, sonst Fixpunkt im Bordalltag, muss warten.

           MS Kronstadt nimmt Kurs auf Mandrogi. Mit 13 Knoten tuckern wir auf den Spuren der Zaren. Für Peter den Großen blieb es ein Traum, von seinem Petersburg nach Moskau zu segeln; erst 1923 wurde die ganze Strecke schiffbar. Vor dichten Kiefernwäldern gleiten wir durch das dünn besiedelte Karelien, durch ein stilles Land der Flüsse und Seen. Auch mit seiner Natur kann Russland prahlen und strahlen. In der Nacht durchqueren wir den Ladogasee, zweitgrößten Süßwassersee weltweit nach dem Baikalsee, 34 mal so groß wie der Bodensee.

           Der erste leichte Morgennebel, die erste Schleuse und das Open-Air-Modelldorf Mandrogi mit einer erlesenen Auswahl an landestypischen Souvenirs und buntbemalten Holzhäusern, Wodkamuseum und Schaschlik-Picknick: wir sind auf der Svir, die den Ladogasee mit dem Onegasee verbindet.

           Am Nachmittag wird der Deckstuhl zum Kinosessel: vor Bug funkelt die Landschaft in der Sonne und zieht filmgerecht steuer- und backbords vorüber. Kiefern und Birkenhaine lichten sich, an den Ufern Blockhäuschen in bunten Gärten und märchenhafte Klöster: manch weibliches Mitglied der Zarenfamilie wurde hierhin verbannt - auch eine Frau Ivans des Schrecklichen. Der Bordpianist intoniert die ‚Schicksalsmelodie‘.

           Die Ufer schwingen nun in dunstige Fernen, vor uns breitet sich endlos der Onegasee, auf dem an die 1650 Inseln „schwimmen“ – eine davon ist Kishi, nördlichster Punkt der Kreuzfahrt. Espenduft empfängt am frühen Morgen die Ausflügler, die vor der 300 Jahre alten Verklärungskirche in nordrussischer Holzbaukunst sich versammeln –  Zwiebeltürmchen aus Espen-Schindeln, 33 silbrig glänzende Kuppeln. Kishi – darin sind sich alle einig - ist zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe.

           Kaviar-Degustation mit Blinis und ein Wodka-Seminar stehen auf dem Programm, prijatnawa apetita! Die Gäste lieben diese Abwechslungen, denn die Flussreise kommt ohne prachtvolle Kabinen und glamouröses Entertainment  aus - von dem hochrangigen Balalaika-Akkordeon-Duo und der russischen Sängerin einmal abgesehen. Und Schiffsdirektorin Viktoria bietet Russischunterricht an, russische Tänze, das Lesen russischer Märchen –

na bitte.

           Die „Kronstadt“ zieht auf dem großen Kanal weiter nach Goritzy am südlichen Weißen See, umgeben von Wäldern, in denen Elche, Braunbären, Nerze, Biber und unzählige Vogelarten zuhause sind. Sieben Kilometer entfernt das Kyrillow-Kloster, das größte und wichtigste der orthodoxen Welt, ausgestattet mit den am besten erhaltenen Ikonen in Russland.

            Die Schleusen am Rybinsker Stausee! Der Kapitän und seine Mannschaft leisten Millimeterarbeit. Es geht 18 Meter hinunter auf die Wolga, rasant wie in einem Fahrstuhl. Die Wiesen verschwinden, der Himmel wird zum Spalt. Dann öffnen sich die Tore, große und kleine Kähne gleiten uns fast lautlos entgegen. Tutaew, das Tolga-Kloster, idyllische Dörfer links und rechts. Weiter südlich am oberen Lauf der Wolga liegt in praller Sonne eine der reichsten und schönsten altrussischen Städte: die Theaterstadt Jaroslawl mit wunderschöner Uferpromenade, Wolgastrand und fast schon mediterraner Atmosphäre.

            Ein Sonnenuntergang bannt uns an die Reling. Himmel und Wolken brennen. Über Nacht gelangen wir zum Provinzörtchen Uglitsch, das vom historischen Grusel zehrt: 1591 kam hier der Zarewitsch Dimitri, Sohn Ivans des Schrecklichen, zu Tode. Boris Godunow, der selbst Zar werden wollte, soll darin verwickelt gewesen sein. Am Tatort steht die entzückende Dimitri-Blut-Kirche mit rot-weißer Zuckerbäckerfassade und goldenem Sternregen auf blauen Kuppeln.

            Krönender Abschluss der Reise ist natürlich Moskau. Unser Bus schlängelt sich durch die Blechlawinen der Metropole. Vorbei an topsanierten ‚Zuckerbäckerhäusern‘, an alten Kämpfern, Gelehrten und Puschkin, versteinert und stumm. Man sagt, wer die bunte Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz und den Kreml nicht besichtigt hat, war nicht in Moskau: bei Nieselregen gelangen wir durchs Dreifaltigkeits-Tor zum Kathedralenplatz mit seinen vier Gotteshäusern. Die unzähligen goldschimmernden Kuppeln faszinieren die Touristen wie eh und je. „Ja, unsere goldenen Kuppeln! Das ist Russland!“, lächelt Stadtführerin Jelena. Und der Flussreisende tut sich im GUM an einer Waffel Moroschenoje, dem berühmten russischen Eis, gütlich.

 

zum Betrachten bitte ein Bild anklicken!

Service zur Russland-Flusskreuzfahrt

 

Einreise: Deutsche benötigen einen mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass sowie ein Touristenvisum, das in der Regel über den Veranstalter besorgt wird. Russland verlangt zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung.

Anreise: Sie ist Bestandteil der Kreuzfahrtpauschale; z.B. Linienflüge mit Aeroflot oder LOT Polish Airlines ab Frankfurt/M, Berlin oder München nach St. Petersburg oder Moskau.

Gesundheit: An Bord ist ein Arzt. Behandlungen und Medikamente müssen vor Ort in bar (Euro) bezahlt werden.

Reisezeit: Fahrten wie beschrieben finden ab Mitte Mai bis Ende September statt.

Währung: Bordwährung ist der Euro; die gängigen Kreditkarten werden akzeptiert. Bei Landgängen braucht man im Allgemeinen russische Rubel. Aktuell bekommt man für einen Euro 74,49 Rubel.

An Bord: Ansagen werden in Deutsch durchgegeben. Es ist hilfreich, sich vorab nach der Bettenlänge in den Kabinen zu erkundigen. Je nach Reisepreis sind die Kabinen unterschiedlich groß und lang.

Literatur: Flusskreuzfahrten Russland, Trescher Verlag 2018, Berlin, 18,95 Euro mit ausführlichen Informationen und Karten zu allen Landgängen und Sehenswürdigkeiten unterwegs. www.trescher-verlag.de

Veranstalter: Zum Beispiel mit Nicko Cruises Flussreisen, 70499 Stuttgart. Die 11-tägige Reise mit der 4-Sterne-MS Kronstadt kostet mit Vollpension ab 1.699 Euro/Pers. in der Außen-Doppelkabine, 7 Ausflüge im Paket zusätzlich 199 Euro vorab oder an Bord buchbar.

Infos und Buchung: 0711/24 89 80-44; email info@nicko-cruises.de; www.nicko-cruises.de

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© DIE REISE-ILLUSTRIERTE - Ausgabe Juli 2024